Marmorierungen der Seifen sind NIE gleich.
Selbst, wenn die Rezeptzutaten immer dieselben sind und auch gleich marmoriert wird, gibt es immer wieder ganze neue Facetten. Auch jedes vom Block geschnittene Seifenstück gleicht niemals dem anderen. Ebenso bei Einzelformen.
Hier ist z.B. eine "Männerseife", die dunkler und auch marmoriert ist. Basis ist Rotbuschteeseife und der restliche Seifenleim wurde mit roter Tonerde und schw. Kosmetikpigment gefärbt.
Hier ist die Marmorierung noch in einem anderen Stück gut zu sehen. Vor allem auch, wie unterschiedlich sie mit jedem Stück ist:
Männer mögen es ja manchmal auch "dezenter" und hierfür gibt es diese Varianten:
Ist alles dieselbe Mischung aus einer Charge, nur, das hier der ungefärbte Seifenleim mehr überwiegt und die Farben mehr im "Inneren" zu finden sind. Diese Seifen wurden im Messbecher vor dem Einfüllen in die Seifenformen vermischt. Das hat den Vorteil, das sie sich nicht zu stark vermischen und auch sauberer gearbeitet werden kann.
Nachdem bei mir wirklich JEDE Seife etwas einzigartiges geworden ist und mit seinem ph-Wert zwischen 8,5 und 9 gut in der Skala liegt, einfache Marmorierungen im 2-Schichtverfahren funktioniert haben (siehe Rotbuschteeseife in der Galerie), war ich sehr mutig und habe heute das Marmorieren im Topf ausprobiert.
Das ist simpel und geht folgendermassen:
Wenn der Seifenleim im Topf so kurz vor dem Puddingstadium steht teile ich diesen in 2 (oder 3 oder 4) Schüsseln auf. Der Seifenleim im Topf bleibt so, wie er ist und in die andere Schüssel (Schüsseln) gebe ich dann die gewünschte Farbe und rühre es noch ein Mal schön durch, bis die Farbe nach Wunsch ist. (Menge der Farbe variiert). Dann giesse ich nach kurzer Ruhepause nach dem Rühren die farbige Seifenleimmasse in die pure Masse mit unterschiedlichen Bewegungen (mal kreisförmig, mal von re nach li, mal einfach "wild" durcheinander). Wenn ich entschieden habe, ob der Seifenleim nun nur in EINE Form kommt, giesse ich diese einfach um. Kommt sie jedoch in mehrere Förmchen, so, wie ich es heute getan habe, dann fülle ich den Seifenleim noch in einen Messbecher um mit einer grossen Kelle und giesse dann gleich in die Form. Das Ergebnis muss noch warten, 24 Std Wartezeit sind morgen vorbei. Selbstverständlich kann auch noch im Topf mit einem dünnen Schaschlickspiess zusätzlich marmoriert werden.
Das habe ich jedoch sein lassen, weil sich dann die Farben zu sehr vermischen.
TATA.............
Sieht doch toll aus, oder? Das Ergebnis entstand durch ein Rezept, das mit Karottensaft angereichert ist. Karottensaft färbt den Seifenleim in eine schöne orangefarbene Masse.
Ich habe dann etwas blaue Flüssigfarbe zugegeben. Mit Pigmenten sähe sie anders aus, kann ich ja als Vergleich auch mal ein Foto dazugesellen. Kosmetikpigmente wirken sich anders im Seifenleim aus. Fotto also spätta hier...........:)
woops... und schon isses da
im Vergleich mit der Flüssigfarbe blau (ohne Hinzufügen von Titanoxid!), ist dieses hier kräftiger. Das Original-Orange wollte ich gerne drin behalten.
Mit der Flüssigfarbe also wirkt es wesentlich dezenter. Sieht ABBA auch sehr lecker aus, oder?
Beduftet ist sie mit Bergamotte, die obere, (das mag ich sehr gern, auch im Tee - bin bei meiner Seife sehr egoistisch *grin). Ich nehme (wenn überhaupt) nur immer sehr wenig eth. Öl, weil das (aus meiner Sicht) völlig ausreichend ist und die Seife so auch nicht zum Allergieauslösen so stark beiträgt, als wenn viele eth. Öle oder PÖ´s in rohen Mengen zugegeben werden. Ist ABBA alles dem Eigengeschmack anzupassen.
Der zweite Durchgang, also die blaue Version mit Kosmetikpigmenten, ist mit wenig eth. Wacholderöl, noch weniger eth. Geraniumöl und einen kleinen Spritzer eth. Eucalyptusöl "beseelt" worden. Insgesamt 7 ml eth. Öl.
Da ich gebeten wurde einen Querschnitt der gefärbten Seifen auch zu zeigen -tu ich doch gern :)- neben den Bildern also auch noch dieser, um das Innenleben der Seife zu erforschen.
Der Seifenleim kann gefärbt oder/ und/aber auch nacheinander aus grosser Höhe in die Form gegossen werden und dann zusätzlich marmoriert werden. Das ergibt oft sehr lustige und intensive Verfärbungen, wenn sie denn erwünscht sind.
Hier erst ein Mal wieder etwas "dezenteres", weil ich es gern pastellfarben oder halt sehr intensiv mag.
die Masse nach dem Einfüllen und marmorieren.
Wer genau hinguckt sieht, das die letzte Farbe in den Mittepunkt gegossen wurde.
Das ist äusserst ungünstig, weil die anderen Farben dann nach aussen gedrängt werden. Farben in der Marmorierung immer schön verteilen, um ein gleichmässigeres Ergebnis zu haben. Daher immer darauf achten, NIEMALS nur von einem Punkt die Masse zu den anderen geben, sondern immer schön kreuz und quer hineinfliessen lassen!
Das Innenleben dieser Seife sieht dann so aus: (Rosa ist Eckbereich)
und die Rückseite des ganzen
so.
Es ist wirklich abhängig von den Vorlieben, WIE die Seife aussehen soll.
Manchmal wirkt sie toll, wenn sie nicht so ineinander "verläuft" und manchmal wieder superklasse, wenn sie genau das macht. Das ist einfach immer wieder das spannende beim Marmorieren.
Weil sie so schöne dezente Farben hat habe ich sie mit PÖ Cucumber Melon beduftet.
Nun riecht sie super nach frischer Melone.
Seife mit Kapuzinerkresse und Tonerde als Farbe
Collection
ganz re m. grüner Tonerde mit roter Tonerde mit gelber Tonerde
Und jaa, sie sollte marmoriert sein *g*.
Superschön sieht es auch aus, wenn der untere Teil der Seife einfarbig ist und nur der obere Teil 2-3 farbig marmoriert wird.
Diese Seifen werde ich noch ausprobieren und dann hier mit Beispielfotos ergänzen.
Ja und schon ist eine kreiiert und sieht "etwas" nach Deutschlandfahne aus..
Die Trennung der Schichten erfolgte mit einer Alkohollösung und klappte ganz gut.
Seife muss aber schon kurz vor dem Puddingstadium stehen. Die Schokolade (vermischt mit Seifenleim) im unteren Teil behält ihren intensiven schokoladigen Duft und braucht keine extra Parfürmierung. Dafür ist im oberen Teil noch Ringelblume drin und im mittleren Teil Rosenblütenblätter. Die Seife duftet nach einem schokoladigen Seifenbad.
Was mir auch sehr gut gefällt sind Inlays.
Da ich keine Seifenreste habe (weiss gar nicht, wie andere das hinbekommen "Reste" zu haben :) nehme ich kleine Formen aus Polystyrol für einzelne Seifen, die ich dann als Inlay für ein anderes Stück Seife nutze.
Auch hier werde ich noch ein Beispielfoto von meinen Seifen hinzufügen.
Momentan reift jedoch erst !auch! noch eine Rasierseife.
Für ein Fotto hat sie genug gereift:
Sie hat eine helle Marmorierung, weil mit grüner Tonerde und grünem Avocadoöl "zubereitet".
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