Das "WIE" ist ja die Frage aller Fragen.............
 
Herstellung ist NIX für Kinder und auf gar keinen Fall
in ihrem Beisein......
 
KEINE  Zwei- oder Vier-Beiner in der Nähe, die
irgendwie stören könnten oder ablenken.
 
Zunächst bedarf es einiger Utensilien:
 
  1. 1 Emaille (Innenfläche darf auf keinen Fall schadhaft sein) oder einen Edelstahltopf,  mit mind. 5 Liter Volumen;
  2. 1 Paar Gummihandschuhe;
  3. 1 Schutzbrille;
  4. für den Anfang 1 Plastiklöffel mit laaaaangem Stiel;
  5. 1 Gummispatel;
  6. 1 Messbecher aus hitzebeständigem Plastik, Fassungsvermögen 1 l;
  7. 1 Messbecher aus Plastik mit Fassungsvermögen 0,5 l;
  8. 1 Thermometer von 0-100 Grad Celsius;
  9. 1 Zauberstab (Mix- oder Pürierstab);
  10. 1 Waage, die Grammgenau anzeigt;
  11. Teststreifen mit ph-Wertanzeigetafel;
  12. Küchenkrepp und evtl. Messlöffel sowie
  13. wenigstens eine Schüssel, um zweifarbigen Seifenleim herzustellen;
  14. Formen für die Seife und
  15. ein altes Bettlaken, grosses Handtuch oder Bettzeug
 
Waage, Teststreifen, Formen und Handtücher "dazudenken" :)
 
 
Ich empfehle (das sind ja schon mal kleine Kosten....), einen Workshop zu besuchen und es erst ein Mal auszuprobieren, denn das "Hobby" kann sehr schnell in eine "Dauerbeschäftigung" enden. 
(Ja ja, ich spreche wieder ein Mal aus Erfahrung, was soll´s :))
 
UND WENN es auch dich erwischt hat.............tja, dann kann ich gleich die nächste Empfehlung geben: Kaufe gleich einen grösseren Topf  (habe ich nämlich auch so gemacht und ich finde meinen Emailletopf superklasse - in der Gallerie sind noch schöne Fottos (nein, KEIN Schreibfehler, PURE Absichtt).
Und wenn du doch Schreibfehler entdeckst in meiner HP - cool, geschenkt, sie sind ab sofort dein!
 
Zum mischen von Farben habe ich auch gleich mehrere Plastikschüsseln gekauft, 2 Thermometer (eins für die Lauge und eins für den Seifenleim, die waren von Spinnrad bei Vitalversand nämlich supergünstig), VIELE Messbecher, weil sich darin auch super mischen  und vor allem der Seifenleim prima in Einzelförmchen verteilen lässt. Ausserdem wird der Seifenleim beim Mehfachfärben u.a. aus grösserer Höhe in die Form gegossen.
Also NOCH ein Grund lieber zuviel als zu wenig Utensilien zu haben.
Später kann dann noch eine Küchenreibe dazu gekauft werden, denn sie hat den Vorteil, das ....uff,
ich verrenne mich grad, lasst mich mal kurz durchatmen
 
 
 
                                                  
 
 
 
und weitere Erläuterungen zu den passenden Themen dann dort zu schreiben, wo es passend ist.
Jau, so isses bessa, dann behält Frau den Über-Blick.
(Hat sie so-wie-so, wollte nur noch ein Mal Mann darauf hinweisen, falls ER sich verirrt *grins)
 
Wenn alle Utensilien eingekauft sind könnte es ja schon losgehen, wäre da nicht noch..............
was war es denn gleich
 
 
                                            
 
 
ach ja, die Zutaten für die Seife und natürlich ein Rezept UND die Form tztz.
 
Zuerst natürlich das Rezept, denn danach wird eingekauft.
 
Falls schon klar ist, WORIN die Seifenmasse gegossen werden soll. Für den Anfang eignet sich eine alte kleine Holzkiste, eine Plastikform, Schuhkarton, eine Frischhaltedose mit guten Verschlüssen o.ä., entsprechend der Menge des Seifenleims in den Rohabmessungen.
 
Ein einfaches Rezept zum probieren wäre z.B.:
 
300 g Rapsöl;
200 g Kokosnussöl;
400 g Sonnenblumenmargarine (Fettgehalt 80%)
 
122 g NaOH
300 g dest. Wasser
 
1 leicht gehäufter Teelöffel Paprika zum Färben (Heilerde geht auch, Seife bekommt dann eben nur eine andere Farbe (eher bräunlich statt lachsfarben)
 
oder auch 2-3 Esslöffel Ringelblume, Rosenblätter oder ähnliches.
 
eth. Öle können natürlich auch zugesetzt werden, wenn ein Lieblingsduft vorhanden ist.
Je nach Duftitensität 10-30 ml.
 
So..............
 
nun ist es ganz WESENTLICH, sich darüber klar zu sein (daher Workshop vorher besuchen oder erfahrene SeifensiederInnen fragen), das hier mit Ätznatron (NaOH) gearbeitet wird, was halt ätzend ist.
In Verbindung mit dem dest. Wasser bilden sich GIFTIGE Dämpfe, die auf GAR KEINEN FALL eingeatmet werden dürfen!
 
Auch der Seifenleim ist alkalisch und sollte keinesfalls mit blossen Händen berührt werden. Daher: Zur Neutralisierung IMMER eine Flasche Essig (ganz einfacher ist am besten) bereithalten!
 
 
                                                     
 
 
Sry, Pinguin kennt keinen Essig :)
 
Here we go............
 
Zunächst wird der Arbeitsplatz (nämlich die "Seifenfee"-Küche) gut vorbereitet.
Alle Utensilien sollten immer nur für die Seifenzubereitung benutzt werden, da NIE  ganz ausgeschlossen werden kann, das nicht doch RESTE der Lauge o.ä. beim säubern zurückbleiben. Der eigenen Gesundheit zuliebe ist SAUBERKEIT das WICHTIGSTE und es ist leben verlängernd.........ich halte es jedenfalls so, hab ja schliesslich vor, noch VIELE schöne Seifen zu kreieren :)
 
Checkliste:
Das dest. Wasser sollte immer schön kalt sein, da das NaOH, wenn es darin aufgelöst wird, sich sehr erhitzt. Daher das dest. Wasser im Messbecher abwiegen und diesen für 15 min. am besten in den Tiefkühlschrank stellen. Oder VIEL BESSER, es über Nacht im Kühlschrank kühlen. (Mit den Tee-/Kräuteraufgüssen ebenso verfahren).
 
Diesen Schritt mache ich immer zuerst, weil die Lauge IMMER länger zum abkühlen braucht, als das die Fette schmelzen. Ausnahme bildet hier nur das Anrühren mit tiefgekühlter Bio-, Ziegenmilch o.ä.
 
 
 
                                        
 
 
 
Das abgemessene NaOH nun langsam unter ständigem rühren und abwenden des Kopfes, im Freien stehend noch besser oder unter die Abzugshaube haltend, hinzugeben.
Rühren, rühren, rühren.
Wenn das NaOH rein ist, wird sich nach einigem Rühren die Flüssigkeit ganz klar zeigen (zuvor immer eher milchig und trüb), ansonsten wird sie annähernd klar. Das ist ganz bedeutend für den weiteren Verlauf!
 
Bei Tee-/Kräuteraufgüssen oder Säften ist das dann eher schwerer zu erkennen, weil sich die Lauge verfärbt. Daher viel rühren und im Zweifelsfall die Lauge durch ein feinmaschiges Sieb aus Kunststoff in den Seifenleim zu den Ölen und Fetten giessen.
 
Wenn es draussen kalt ist, die Flüssigkeit draussen abkühlen lassen oder in ein Wasserbad stellen, damit es schneller abkühlt - ab und zu rühren.
 
Den Herd also einschalten und bei niedriger Temperatur das Kokosnussöl und die Sonnenblumenmargarine darin sanft schmelzen.
Die Temperatur messen, sie sollte möglichst 45 Grad nicht überschreiten, (ideal sind 40 Grad) ansonsten kontrollieren und warten, bevor die flüssigen Fette zugegeben werden.
Wenn die festen Fette geschmolzen sind unter rühren das Rapsöl zugiessen.
Nun kann mit dem Thermometer die Temperatur kontrolliert werden.
 
Ist nur ein Thermometer vorhanden ist es immer gut mit Küchenkrepp abzuwischen, da abwechselnd die Temperatur der flüssigen Fette und der Lauge gemessen werden muss.
Optimal ist, wenn beide "vor der Vereinigung" im Topf die  gleiche Temperatur haben.
Ist das so um 30 bis 35 Grad Celsius der Fall, mit dem Plastiklöffel die Lauge langsam und doch gleichmässig IN den Topf zu den geschmolzenen Fetten einrühren.
Ein paar Minuten rühren und dann die Masse in Ruhe lassen, damit der Verseifungsprozess  "in Gang"  kommt.
Dann den Stabmixer am Boden des Topfes halten und an verschiedenen Stellen 5-6 Mal auf höchster Stufe kurz einschalten.
Wieder ruhen lassen und in der nächsten Runde wieder nur mit dem Plastiklöffel rühren.
Abwechselnd also rühren - pause - mixen - pause und dabei beobachten, wie  die Masse langsam eindickt. (Das geht bei verschiedenen "Zutaten" unterschiedlich schnell...!
 
Wenn sie das Cremesuppenstadium erreicht hat die Öle und Kräuter und/oder Farbe zugeben und schön durch rühren verteilen.
Wird mit Tonerdefarben oder generell mit Pulver (ausser Kosmetikpigmentpulver) gearbeitet, sollte dies zuvor mit etwas Seifenleim gut verteilt werden in einer Schüssel und erst dann der restliche Seifenleim damit eingefärbt werden. So werden Pulverklümpchen in der Seife verhindert.
Im Puddingstadium ist die Seife dann fertig für die Formen.
Ab jetzt heisst es zügig arbeiten, damit sich später möglichst keine Sodaasche auf einer oder allen Seiten der Seife bildet.
In die Form giessen, am besten auch mit etwas Müllbeutelfolie abdecken und in die Handtücher o.ä. wickeln.
24 Std darf die Seife nun ruhen. (Salzseifen müssen, wenn sie im Block gegossen wurden auf JEDEN FALL zwischen 5-7 Std. geschnitten werden, danach hilft nur noch ein Brecheisen ........ oder so ähnlich).
Dann wird sie aus der Form gelöst, geschnitten und im Abstand auf einer Holzunterlage in einem belüfteten Raum zum ausruhen gelegt.
Nach gut 4 Wochen ist sie fertig und es sollte VOR dem benutzen mit einem Teststreifen der ph-Wert gemessen werden.
 
Für mehr Rezepte etc. zur Linkliste wechseln.
 
Viel Erfolg......es gibt ja immer ein erstes Mal.........
 
 
                            
 
 

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